Josef-Durler-Schule Rastatt

Schule und europäisches Bewusstsein
Schüler der Josef-Durler-Schule besuchen eine Podiumsveranstaltung zu Europa am KIT
Europadiskussion
 
Europatag 2011
Podiumsveranstaltung
Rastatt (eva) Junge gutausgebildete Menschen seien die Gewinner des europäischen Einigungsprozesses, meinte Stefanie Bailer, Professorin für Politikwissenschaft an der ETH in Zürich. Denn ihnen stehe der europäische Arbeitsmarkt offen und sie könnten an allen europäischen Hochschulen ganz ohne bürokratische Hürden studieren. Bailer stellte dies im Rahmen einer kleinen, aber feinen Podiumsdiskussion des Zentrums für angewandte Kulturwissenschaften am KIT fest.

Ihr und dem Pforzheimer Wirtschaftswissenschaftler Dirk Wentzel hörte ? neben Studierenden aus Karlsruhe und Pforzheim und älteren Interessierten ? eine Reihe junger Menschen zu, die auf dem Weg zu einer guten Ausbildung sind und von der Veranstalterin Caroline Y. Robertson-von Trotha eigens begrüßt wurden: Schüler der Jahrgangsstufe 1 des Technischen Gymnasiums der Josef-Durler-Schule waren mit ihrer Lehrerin Eva Kormann nach Karlsruhe gekommen. Denn Lernen über politische und gesellschaftliche Fragen geht am besten, so meint die Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrerin, wenn Schüler und Schülerinnen aus der Schule heraus auch den öffentlichen Raum und öffentliche Debatten kennenlernen.

"Europa zwischen Nationalinteressen und globaler Verantwortung" lautete das Thema der Debatte, die auch von Seiten des Publikums rege geführt wurde. Sowohl die Fragen als auch die Antworten der beiden Wissenschaftler kreisten um die aktuelle Schuldenkrise in einigen europäischen Staaten und um die Folgen dieser Krise für das europäische Zusammengehörigkeitsgefühl und für die politische Steuerung der EU. Bailer und Wentzel scheuten dabei weder unkonventionelle Empfehlungen noch klare Worte: Die Wahlschweizer Politikwissenschaftlerin empfahl der EU Bürgerforen und andere direktdemokratische Elemente.

Wentzel dagegen, der in Pforzheim einen Jean Monnet Lehrstuhl für Europäische Integration innehat, sprach in Bezug auf Griechenland von "Konkursverschleppung" durch die europäische Politik, warnte aber vor antieuropäischen Affekten: Die wirtschaftlichen Kosten eines Scheiterns der EU wären immens ? und weit höher als jeder Euro-Rettungsschirm. Die Rastatter Schüler machten aufmerksam Notizen, und als am Ende der Veranstaltung einer von einem Zuhörer gefragt wurde, ob es ihm gefallen habe, antwortete der: "Ja, er habe viel gelernt."

Text: Kormann | Foto: Felix Grünschloß